Erst gestern haben wir den Plan verworfen, dass ich alleine nach Schweden fliege und die Feuerwehr nach Deutschland hole. Ka und MaA sollen mit. Die großen Kinder bleiben bei den Großeltern.

Von Berlin sind wir morgens nach Göteborg geflogen und von dort aus mit dem Überlandbus nach Lysekil. An der Bushaltestelle merken wir wie kalt es hier gerade ist. Eigentlich war geplant schon heute Nacht das erste Mal im Düdo zu übernachten und erst morgen mit der Fähre zurückzufahren. Vielleicht kein guter Plan, zumal wir noch nicht einmal das Fahrzeug gesehen haben.
Der Verkäufer holt uns freundlicherweise von der Bushaltestelle ab und wir fahren direkt zum Betriebsgelände. Zum ersten Mal sehen wir unseren Düdo live.

Der Anblick lässt uns nicht begeistern – ob es an der langen Busfahrt lag oder an dem was uns bevorsteht – wir wissen es nicht.

Der Düdo ist alt und er/sie rostet. Alles das wussten wir schon vorher aber es live zu sehen ist etwas anderes. Ich habe vor ein paar Tagen zusammen mit dem busfreaks-Forum eine Laien-Liste zusammengestellt, worauf man am Fahrzeug achten sollte und was sofort zu bemängeln ist.

Auffällig ist zunächst einmal, dass das Fahrzeug schon läuft als wir ankommen – ein Hinweis auf defekte Batterien.

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Inklusive: 3.500W Benzingenerator.

Die Durchrostung an der Generatorklappe ist enorm und die am Batteriefach ebenso. Das Öl an der Ölwanne tropft, der Auspuff ist geflickt. Ich renne ums Auto herum, knie und liege – immer das Handy mit den Helfern aus dem Forum am Ohr.

Die anschließende Probefahrt zeigt, was noch bemängelt werden müsste. Die Feststellbremse lässt sich nicht lösen, denn es gibt zwei Hebel – recht ungewöhnlich und niemand weiß wofür welcher ist. Der erste Gang geht nicht rein, also anfahren mit dem zweiten.

Dennoch: er/sie fährt ohne weitere Probleme, dafür aber laut und langsam – etwas ganz neues für uns.

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Zurück am Platz beratschlagen wir: kaufen oder nicht kaufen? Ich muss nochmal telefonieren – ist der Gang ein Problem? Aber ich höre immer nur: ein 613er Breitmaul ist für den Preis unschlagbar günstig.

Also schlagen wir zu und wagen die Fahrt ins Ungewisse.

Wir sind müde als wir gegen Abend den Platz mit Kaufvertrag und schwedischen Papieren verlassen.

Unser Düdo auf der Fähre bei Finnsbo.
Unser Düdo auf der Fähre bei Finnsbo.

Da es zu kalt zum Übernachten ist entschließen wir uns die Fähre schon heute zu nehmen – wir müssen es nur eben rechtzeitig nach Göteborg zurück schaffen. Der Düdo soll sogar eine Standheizung haben aber wo ist der Schalter?

Inzwischen dämmert es auch aber wo ist der Schalter fürs Licht? Also unterwegs nochmal anhalten und alle Schalter durchprobieren. Wir werden fündig.

Wir erreichen den Hafen in Göteborg gut eine Stunde vor Abfahrt der Fähre und sind froh das es an diesem Tag alles so problemlos lief.

Am nächsten Morgen verlassen wir die Fähre in Kiel und bringen die Überführungskennzeichen an. Unser Ziel ist zunächst die Ostsee-Therme denn dort wollen wir Ka’s Geburtstag verbringen.
Gegen Abend geht es noch 250km weiter nach Ankershagen zur BusTechnik. Dort soll der Düdo stehen bis wir Zeit und Lösungen für die Reparaturen gefunden haben.

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