HOLZOFEN

Immer wieder haben wir mit der Möglichkeit geliebäugelt, einen Holzofen im Auto zu haben. Und immer wieder habe ich mich gescheut die Außenhaut des Autos zu öffnen. Als die Kälte uns jedoch dazu gedrängt hat, einzusehen, dass ein Holzofen die einzig verbliebene Möglichkeit war.

Der richtige Ofen musste folgende Eigenschaften besitzen:

  • geringe Bautiefe und Schornsteinauslass oben
    damit dieser nicht zu weit in den Raum ragt
  • schnelle Lieferung
    je schneller desto wärmer
  • gesamtes Zubehör verfügbar
    alles soll von einem Hersteller kommen um Zeit zu sparen

Die Suche nach dem richtigen Ofen war fast so kompliziert wie die Suche nach dem richtigen Auto.

Wir sind alsbald auf die kleinen Holzöfen von Windy Smithy aus England gestoßen, insbesondere auf das kleinste Modell Wendy. Hierbei war der Ofen der geringste finanzielle Posten, denn die Rohre und der Auslass durchs Dach sind Sondermaße. Zusammen wären wir auf etwa 1.500 Euro gekommen. 

Aus Deutschland bekommt man kleine Öfen bspw. von Toplicht. Das kleinste Modell Willow ist teurer als das englische Modell, jedoch sind die Rohre etwas günstiger. Dennoch war die gesamte Option nicht für unter 900 Euro zu haben.

Der interessanteste Ofen ist der Bootsofen Sardine, welches für unverschämte Preise bei eBay gehandelt wird. Daher war es keine wirkliche Option.

Die Lösung für unseren Ofen kam aus dem Nichts.

Für 140 Euro.

Auf einer dieser Wohnmobilausbauseiten haben wir unsere Lösung gefunden – ein Badeofenuntersatz. Solche gibt es in verschiedenen Größen, gebraucht für unter 100 Euro. Unseren haben wir hier in Leipzig über eine Freundin bekommen, für 20 Euro mit Rohren.

Ein Schmied hat mir innerhalb von drei Tagen eine 6mm dicke Stahlplatte rund ausgeschnitten und ein Anschlussstück für das Ofenrohr angeschweißt. Zudem habe ich dort den Durchlass für das Dach machen lassen. Zusammen, mit 2 großen Platten 2mm Stahlblech hat mich das 120 Euro gekostet.

Das Stahlblech brauchte ich um die Wände und die Decke vor der Hitze zu schützen. Die Platten habe ich mit einer Stichsäge in Form gebracht. An der Dachrundung habe ich diese mit Zwingen gebogen. Nach dieser Erfahrung würde ich eher auf 1mm Stahlblech zurückgreifen. Kleine Abwinkelungen (an der Tür und am Schrank) habe ich zunächst mit dem Seitenschleifer aller 20cm eingeschlitzt und danach gebogen. Die Platten habe ich anschließen mit einem Abstand von 10 – 15mm an die Wände geschraubt. Hierzu habe ich Stücken eines Kupferrohrs untergelegt.

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Die Unterkonstruktion ist aus Multiplex mit starken Winkeln an Karosserie und Boden verschraubt. Im Bereich unter der Ofentür ist Riffelblech als Ausrutschschutz.
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Die 2mm dicken Stahlbleche klemme ich zum Abkanten zwischen Hölzer und Zwingen. Die Bleche habe ich mit Fächerscheiben abgeschliffen.
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Als Abstandhalter zu den Wänden und der Decke dient ein Kupferrohr zwischen zwei Unterlegscheiben. Ein Abstand von 10 – 15mm sorgt für Luftzirkulation.
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Ein Stahlblech mit durchstoßendem und angeschweißtem Rohrstück dient als Ausgang für das Ofenrohr. Zur Abdichtung nehme ich Sikaflex.
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Der Ofen ist fertig eingebaut und dient auch als Kochstelle.

Der Ofen brennt nun jeden Abend und erhitzt nicht nur den Innenraum, sondern auch den Teekessel. Je nach Brennholzgüte steigen die Flammen bis oben durch den Schornsteinaustritt auf dem Dach und verwandeln die Feuerwehr in eine mobile Sauna.

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