Wild zu campen hat sicherlich einige Vorteile – weit weg von der Zivilisation. Damit wir trotzdem eine schnelle Internetanbindung haben, mussten wir uns etwas einfallen lassen.Selbst in der Wildnis haben wir irgendwo ein klitzekleines Netz um mobil zu bleiben. Meist ist es jedoch nicht das Netz für unsere SIM-Karte oder es liegt irgendwo im 2G-Bereich zwischen EDGE und GPRS. GPRS reicht meist um einige Daten abzurufen aber Spaß macht das nicht.

Irgendwo mobil zu sein heißt meist mit dem Smartphone einen Hotspot eröffnen oder mit dem UMTS-Stick ein Netz einzufangen. Ein Smartphone nutzen wir nicht, also blieb nur die Stick-Lösung da unser Notebook über keinen SIM-Einschub verfügt.

Alcatel One Touch X300D UMTS-Stick hat keinen SIM-Lock und ist damit weltweit für alle SIM-Karten nutzbar. Einen Stick am Laptop zu haben hieß allerdings immer die Position zu halten in der der Empfang am Besten ist.

Daher habe ich eine FritzBox 7330 eingesetzt (alle FritzBoxen werden mit 12V gespeist) um den UMTS-Stick anzuschließen und das Internet über das WLAN der FritzBox zu verteilen. Damit hat der UMTS-Stick immer die gleiche Position und das Notebook kann sein wo immer es will. Falls der Empfang allerdings zu schlecht ist, muss ein Verlängerungskabel her um den Stick an eine günstigere Position im oder außerhalb des Autos zu bringen. Diese optimale Position zu finden ist an jedem neuen Ort ein neues Drama.

Die Lösung musste also noch verbessert werden und so kam die Idee einer externen UMTS-Antenne. Jeder UMTS-Stick und jedes Mobiltelefon hat eine Schnittstelle für den Anschluss einer externen Antenne. Der Alcatel hat die Standard CRC-9 Buchse mit der über ein sog. Pigtail auf einen SMA-Stecker adaptiert werden kann. Der SMA-Stecker dient dann dem Anschluss einer externen Antenne.

In Portugal war der Empfang bei einigen wenigen kBit/s und ich fand eine Lösung durch eine UMTS-Richtantenne. Diese hatte o. g. Pigtail mit dabei. Nun ist es so, dass der CRC-9 Anschluss vermutlich lediglich für Labortätigkeiten ohne Erschütterungen entwickelt worden ist. D. h. das Pigtail hielt nicht am USB-Stick da die Verbindung über eine 1,5 mm kurze Klemmung hergestellt wird. Für den dauerhaften Gebrauch hätte ich Stick und Pigtail in Beton eingießen müssen.

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FritzBox 7330 und X300D mit angelötetem Pigtail

Somit blieb mir nichts anderes übrig als die Kontakte der CRC-9 Buchse durchzumessen und das Pigtail direkt anzulöten. Die Verbindung war nun stabil und mit Heißkleber fixiert (eine andere Lösung wäre das Abreifen der Antenne im Stick über Induktion Nuvero Funkwerk Dabendorf).

Die Richtantenne (auf einem 1,5 m hohen Mast auf dem Dach der Feuerwehr) richtete ich nun einmal rundherum aus und bekam nach mehreren Versuchen sensationelle 7,3 MBit im Download! Somit ist zukünftig für eine schnelle Verbindung im Nirgendwo gesorgt.

Für uns reicht eine Verbindung HSDPA, da die Länder außerhalb Deutschlands weitestgehend noch nicht mit 4G-Netzen (LTE) ausgerüstet sind. Außerdem würden wir dann zwei Richtantennen brauchen.

Anstelle einer Richtantenne kann man auch einen Rundstrahler (muss man nicht ausrichten) nutzen, allerdings ist dann keine so hohe Verbesserung der Geschwindigkeit zu erwarten.

Nachtrag 10.11.2015
Die Lösung USB-Stick und FritzBox hat nach einem halben Jahr für keine zufriedenstellende Lösung gesorgt.

Die FritzBox versorgte den USB-Stick zeitweise mit nur unzureichendem Strom über den USB-Port was zum häufigen Absturz des Sticks führte. Zudem war die Verbindung am USB-Port mit angeschlossener externer Antenne sehr wacklig. Weiterhin konnte ich über die FritzBox keine dbi-Werte auslesen, also in welcher Position die Richtantenne die besten Werte bekam.

Somit musste ich mich nach einer All-in-One Lösung umsuchen. D. h. ein WLAN-UMTS-Router. Davon gibt es bspw. von Netgear welche. Diese oder andere Router haben dann aber keinen integrierten SIM-Slot oder keine Möglichkeit externe Antennen direkt anzuschließen oder kein Roaming (bspw. Orange-Ableger in Spanien).

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Teltonika RUT500

Schließlich fand ich jedoch auf Teltonika, solche WLAN-UMTS-Router herstellen. Der RUT500 ist für unsere Zwecke völlig ausreichend und bietet SIM-Slot mit Roaming und 3-Antennen-Anschlüssen (1 x WLAN, 1 x UMTS, 1 x UMTS extern). Zudem lässt sich der Router von 7 – 30 V variabel anschließen (es passt sogar der FritzBox-Stecker). Das Gerät ist in einem kleinen Metallgehäuse und lässt sich bequem über den Browser einrichten. Im Browser wird mir sogar der dbi-Wert angezeigt, womit ich die Antenne bestmöglich ausrichten kann.