KUPPLUNGSWECHSEL
Eigentlich wollte ich die Kupplung, also Kupplungsscheibe, Geber- und Nehmerzylinder selbst wechseln und auch die Entlüftung des Hydrauliksystems selbst durchführen.

Nachdem ich allerdings diverse Foren durchforstet habe wurde mir klar, dass ich dies ohne eine Werkstatt nicht bewerkstelligen könnte. Ich führe weder Böcke zum Aufbocken des Fahrzeuges mit mir, noch möchte ich alle acht Hände der Kinder brauchen, um das etwa 70kg schwere Getriebe Ein- und Auszubauen.

Also ab in die Werkstatt.

Gegen 9 Uhr früh wurde der Düdo aufgebockt und anschließend der Schalthebel entfernt und die Kardanwelle vom Getriebe getrennt. Das Getriebe wurde, vor dem Lösen der Schrauben, mittels Spanngurte gesichert und danach herunterlassen.

Das wurde auch höchste Zeit würde es nicht annähernd treffen, wenn man sich das Gebrösel anschaute, welches aus dem Gehäuse der Druckplatte rieselte.

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Die abgeriebene Kupplunggscheibe, der defekte Nehmerzylinder und im Hintergrund der ehemalige Belag der Kupplungsscheibe.

Unter dem Deckel der Kupplungsscheibe bot sich ein feierlicher Anblick: schwarzes Gebrösel soweit das Auge reicht. Der genietete Belag der Kupplungsscheibe war zum größten Teil komplett abgeschliffen und hat sich in Gebrösel zersetzt. Die Nieten haben sich daher in die Druckplatte eingeschliffen und einen hübschen Krater hinterlassen.

Nachdem das Gehäuse gesäubert wurde, konnte die neue Kupplungsscheibe eingesetzt werden. Und zurück an ihrem Bestimmungsort ging es an den Aus- und Einbau des Nehmer- und Geberzylinders. Beide Zylinder wiesen einen Flüssigkeitsaustritt auf, was sich schon seit einiger Zeit durch absinkende Bremsflüssigkeit bemerkbar machte.

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Der defekte Geberzylinder hinter dem Kupplungspedal.

Nach dem Austausch der Zylinder musste das Kupplungssystem entlüftet werden. In den Foren wird immer wieder heiß diskutiert mit welcher Methode dies selbst durchgeführt werden kann.

Die einfachste ist wohl, die Entlüftung des Nehmerzylinders mit dem Bremsschlauch zu verbinden und mittels Bremspedal Flüssigkeit durch das Kupplungsystem zu pressen. Der Nachteil dieser Methode ist, dass die Stößel am Geber- und Nehmerzylinder weiter als beim Kuppeln eingefahren werden, der Rost an den Gummis reibt und die Zylinder zu stark beansprucht werden.

Die Werkstatt hingegen hat ein Entlüftungsgerät, welches direkt am Bremsflüssigkeitsbehälter angeschraubt wird und die Luft aus dem System holt.

Die anschließende Probefahrt zeigt, dass sich die 7h Werkstattaufenthalt gelohnt haben: es kuppelt wieder.

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