Der Besuch der Falknerei Herrmann in Plauen sollte den Wissensdurst über Greifvögel stillen, entpuppte sich jedoch als überaus interessant und unterhaltsam.

Angekommen in der, am Rande des Stadtwaldes Plauen liegenden, Falknerei waren wir etwas erstaunt, das die Vögel an Ketten gehalten werden und anscheinend nur für die Vorführung in Freiheit leben können. Jedoch bekamen wir im Laufe der Vorführung einen Eindruck davon, was es heißt sich Falknerei nennen zu dürfen.

Hier wird es keine Show geben, das wäre nicht artgerecht.

Die Betonung auf artgerechte Haltung und die Ablehnung des Showzwecks von Vögeln machte zu Beginn Eindruck. Nahezu alle Vögel, die man vor der Vorführung auf ihren Steinen sitzend fotografieren konnte, wurden in Freiheit gezeigt.

DSC_0117
Die Weißkopfseeadlerdame Lakota – noch zu jung für weißes Gefieder.

Neben dem größten Eisvogel der Welt, haben wir das schnellste Tier, den Wanderfalken bewundern können. Dieser kann im Sturzflug über 180 km/h erreichen. Durch die unverkennbare Form der Schwingen, kann man Falken eindeutig in der Luft identifizieren. Und wie wir erfahren konnten, werden Falken vor allem auf Flughäfen zur Vertreibung von Vogelschwärmen eingesetzt, was auch der Daseinsberechtigung von Falknereien entgegenkommt.

Gleichzeitig gingen die frechen Milane der Falknerei in die Luft und hielten sich während der gesamten Vorführung dort auf. Ihre Begabung liegt darin, nicht selbst zu jagen, sondern andere Vögel solange zu bedrängen bis diese ihre Beute fallen lassen. Lediglich wenn sich Lakota, die Weißkopfseeadlerin, in der Luft aufhält, halten sie sich zurück. Lakota ist der Höhepunkt der Vorführung, denn der riesige Vogel machte bereits vor der Vorführung durch seine lauten Geräusche auf sich aufmerksam.

Niemand kann sagen, dass die Tiere nicht in Freiheit leben können. Sie stehen täglich mehrfach vor der Entscheidung wegzufliegen oder zurückzukommen.

DSC_0137
Nachtaktive Vögel, wie Lotte der Uhu, haben ein hervorragendes Gedächtnis, in dem jeder Ast in der näheren Umgebung verzeichnet ist, um nachts die Maus auch ohne Nachtsichtgerät jagen zu können.

Neben den wichtigen und interessanten Fakten zu jedem Tier, erhält man in der Falknerei unterhaltsame Vergleiche zur menschlichen Gattung, vorzugsweise zum Verhalten zwischen Männchen und Weibchen. Der erzählende Falkner Hans-Peter ist in seinen amüsanten Erläuterungen sehr kompetent und stellt aber besonders die enge Beziehung zu Geier Pedro, dem ebenfalls glatzköpfigen Männchen, heraus.

Die Falknerei kümmert sich vor allem um die Arterhaltung, die Pflege von verunglückten Tieren und die Ausbildung von Tieren bspw. für Filmflüge.

Der Besuch hat sich gelohnt denn wir wissen jetzt auch, dass man zur Jagd von Ente und Hase mehr als einen Bogen braucht.

Advertisements