Wir haben lange nicht mehr einen so tollen Ort gesehen, der selbst bei diesen niedrigen Temperaturen Wärme verströmt. Wir sind sieben Tage in der Wildnis.

Die Kolbatzer Mühle liegt inmitten von Wälden, zwischen Hügeln an einem flachen See. Das abfließende Wildwasser, welches das Mühlrad antreibt, dient zum Kanufahren und zur Forellenzucht. Neben dem Kanuverleih werden hier auch Kunstwerke aus Holz geschaffen. Schilder, Zäune und die auf dem Gelände verstreuten Erd- und Blockhütten wurden mit viel Liebe gebaut.

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Das Gelände der Mühle dient uns als Lernort für sieben Tage Wildnis, einer geführten Wildniswoche von Wildnis Pfade.

Eigentlich hatten wir uns schon dagegen entschieden zur Wildniswoche zu fahren.

Eigentlich.

Jedoch waren wir gestern Morgen nicht zufrieden mit der Entscheidung.
Denn wann erleben wir so schnell wieder organisierte Wildnis? Organisiert heißt, Wild zerlegen mit jemandem der sich auskennt und Bogenbau mit einem der das täglich macht.

Alles kompakt in 7 Tagen – da nahmen wir dann schließlich doch die lange Fahrt und die Kälte auf uns.


Wir wurden heute morgen, am ersten Tag der Wildniswoche, von erfrischenden 6°C im Auto wachgeküsst. Der Nebel liegt noch auf den Wiesen rund um die Kolbatzer Mühle. Unsere vorzeitige Ankunft in der gestrigen Nacht gibt uns nun den ganzen Vormittag Zeit die Gegend zu erkunden.

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Wenn die Sonne über die Bäume strahlt, kann man den Wiesen beim Auftauen zusehen.

Erst gegen Mittag scheint die Sonne endlich über die hohen Bäume und erhellt nicht nur die unsere Gemüter. Die hügeligen Wiesen leuchten nun in sattem Grün und durch das gelb-orange Laub an den Bäumen wirkt alles ein wenig wie aus dem Bilderbuch – ein idyllischer Ort.

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Der See lädt zum Kanufahren, Angeln und Zelten auf Flößen ein.

Neben den Fischen im See und den Forellen in der Zucht beherbergt die Kolbatzer mehrere Katzen, Hunde und Ziegen. Vor allem die Katzen haben es Lo und Ti angetan, diese sind sehr anhänglich und gehen auch mal ungefragt in die Feuerwehr um nach dem Essen zu schauen.

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Die frechen Katzen der Kolbatzer Mühle.

Am frühen Nachmittag sind alle Teilnehmer der Wildniswilligen versammelt. Die Menschen der unhomogenen Gruppe sind alle aus fast der gleichen Motivation hier: Natur erleben und Bogen bauen.

Und während es für die anderen Anwesenden eine Ausnahme oder eine Prüfung zu sein scheint, fühlt sich das Ganze für uns wie Urlaub an.

Urlaub, denn die Tage sind verplant, die Jungs sind in Workshops und haben gleichaltrige Kinder, wir müssen uns keine Gedanken über das Essen machen, das Feuerholz ist getrocknet und schon gehackt – welch ein Luxus!

Nach einem Snack gibt es eine Vorstellungsrunde mit anschließendem Rundgang zur Absteckung der Grenzen des Geländes der Kolbatzer Mühle. Hierbei zeigt sich, dass die Kolbatzer Mühle und die umliegenden Wälder zum Spazieren, Wandern und für Abenteuer einlädt.

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Der Herbst taucht das Gelände der Kolbatzer Mühle in bunte Farben.

Als es dämmert, wird die Kürbissuppe fürs Abendessen über dem Feuer hergerichtet. Da alle mithelfen, merke ich, wie schwierig es für mich ist, anfallende Arbeiten mit MaE auf dem Arm in der gleichen Geschwindigkeit zu erledigen, wie die anderen Menschen – Ka geht es mit MaA nicht anders. Denn wir stechen nicht nur mit der Feuerwehr, sondern auch mit den kleinsten anwesenden Kindern hervor.

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Die Nacht umringt die Teilnehmer der Wildniswoche beim Abendessen.

Der erste Tag geht zu Ende und während die anderen der Gruppe sich nach und nach zu ihren Schlafplätzen in den ungeheizten Hütten verkrümeln, nutzen wir den Luxus unseres Ofens im Auto um den ersten Tag ausklingen zu lassen.

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